|
|
COCINA EN FUERTEVENTURA
Die typische Inselküche
setzt sich hauptsächlich aus einfachsten Zutaten zusammen und kommt
heute in ihrer Ursprungsform nur noch in einfachen Restaurants, meist abseits
der touristischen Zonen, auf den Tisch.
Hierzu zählt beispielsweise "Gofio", das Grundnahrungsmittel
der Inselbevölkerung. Gofio ist ein Mehl aus gerösteten und
gemahlenen Getreidekörnern, welches z.B. zum Andicken von Suppen
und Eintöpfen verwendet wird. Man rührt es sich morgens in den
Milchkaffee, den Kleinkindern wird es dem Brei zugefügt.
Eine weitere Besonderheit
der Kanarischen Küche sind
die "papas arrugadas con mojo", kleine "Runzelkartoffeln" mit
mojo verde (grüne Knoblauchsauce) oder mojo rojo bzw. mojo picón
(rote, sehr pikante Knoblauchsauce). Die Runzelkartoffeln, die mit Schale
gegessen werden, entstehen, indem man kleine Kartoffeln in stark gesalzenem
Wasser (im Original Meerwasser) kocht, dann das Wasser abschüttet und
die Kartoffeln ohne Wasser auf kleiner Flamme unter Schütteln des Topfes
abdämpft, bis alles restliche Wasser verdampft und das kristallisierte
Salz an der Schale der Kartoffeln anhaftet. "Papas arrugadas con mojo" werden
sowohl zu Fisch-, als auch zu Fleischgerichten serviert. Ebenso großer
Beliebtheit erfreuen sich die "batatas" (saisonbedingt) con mojo,
Süßkartoffeln mit Knoblauchsauce. Interessant, wie gut der Geschmack
dieser stark süßlichen Kartoffelart mit der Schärfe des Knoblauchs
harmoniert. Nennenswert sind der majorero Käse, geröstetes Maismehl
und Tomaten.
Zum
desayuono (Frühstück) reicht den
Canarios meist ein café con leche (Milchkaffee) und dazu ein dulce
(Gebäck). Hier erfreuen sich, auch bei den Touristen, besonderer Beliebtheit
die churros, ein Brandteiggebäck, welches frisch aus der Friteuse,
getunkt in chocolate caliente (heiße Schokolade) oder café
con leche, ausgesprochen lecker ist.
Im Gegensatz zu den Urlaubern wird bei den Inselbewohnern nach dem eher
kargen Frühstück viel Wert auf ein ausgiebiges almuerzo (Mittagessen)
gelegt. Es beginnt so zwischen 13 und 14 Uhr und kann sich z.B. am Wochenende
bis in den späten Nachmittag hinein ausdehnen. Hier kommt dann so ziemlich
alles auf den Tisch, was die Küche zu bieten hat. Einheimische Lokale
bereiten an Sonn- bzw. Feiertagen gern einen Puchero zu, ein recht
aufwendiges Eintopfgericht, welches aus mehreren Sorten Fleisch (im Original
7 verschiedene Fleischarten) und diversen Gemüsesorten besteht. Die
Gemüse, meist Möhren, Kartoffeln, Mais, Weißkohl und Kichererbsen
(garbanzos), werden getrennt voneinander in Salzwasser gegart und kommen
dann zusammen mit dem gegarten Fleisch auf den Teller. Die entstandene, sehr
schmackhafte Brühe, wird gern zum Anrühren von "gofio" verwandt,
welches dann, je nach Appetit, zu dem sehr reichhaltigen Gericht gegessen
wird.
Ein weiteres beliebtes
Eintopfgericht ist der Rancho Canario, bestehend aus garbanzos (Kichererbsen),
Nudeln und Kartoffeln, sowie Speck, Rind- und Hühnerfleisch.
Die potaje canario,
ein Gemüseeintopf, oft auf der Grundlage von Linsen oder Kichererbsen
zubereitet, ist eine recht sättigende Vorspeise. Eine Spezialität
ist die potaje de berros (=Brunnenkresse).
Tradition hat auch
der sancocho canario, ein Eintopfgericht aus getrocknetem Fisch,
Kartoffeln, Süßkartoffeln und Gemüse. Vor der Zubereitung
wird der getrocknete Fisch mehrere Stunden in Wasser eingeweicht.
Fisch
Und dann gibt es
natürlich Fisch in allen Variationen. Gebraten, gegrillt oder gekocht,
frisch ist er natürlich am besten. Beim "pescado del día" (Fisch
des Tages) hat man die größten Chancen, einen wirklich frischen
Fisch zu bekommen. Seezungen, auf fast allen Speisekarten zu finden, sind
fast immer "congelado" (tiefgefroren).
Zu
den fast immer frisch erhältlichen Fischen zählen :
©
1997 Fischaquarelle Otto E. Wieghardt
Fleisch
Nun folgt eine
Aufzählung von typischen Gerichte der Insel: Ziegenlamm in verschiedenen
Weisen zubereitet, aber besonders im Backoffen mit Knoblauch, schwarzen
Pfeffer, Origano, Thymian und Lorbeerblatt und mit ein bisschen Essig und
Öl. Ziegenfleisch-Schmorbraten. Gebratenes Schweinefleisch
und mariniert. Kartoffelsuppe "Conejo en salmorejo" (Wildkaninchen
in Beize), "Cabrito" (Zicklein) und "Cordero"
(Lamm).
Tapas
In fast allen Bars,
zumindest außerhalb der touristischen Zonen, erhält man "tapas",
kleine Appetithappen in verschiedensten Variationen, auf Tellerchen serviert,
hervorragend zum Ausprobieren verschiedener Gerichte. Das Servieren von tapas
ist vom spanischen Festland übernommen worden. Tapa bedeutet, wörtlich
übersetzt , "Deckel". Damals erhielt man beim Bestellen eines Getränkes
automatisch das Glas mit einem kleinen Tellerchen abgedeckt, auf dem sich
ein Appetithäppchen befand. Dies war dann meist ein Stückchen Käse
oder Schinken. Kenner behaupten, man habe diese Sitte aus hygienischen Gründen
eingeführt, um Fliegen etc. von dem Getränk fernzuhalten. Leider,
obwohl es immer noch Fliegen gibt, existiert das Abdecken der Gläser
in dieser Form nicht mehr. Dafür gibt es heute eine reichliche Auswahl
an tapas, es gibt regelrechte "Tapa-Bars", die bis zu 25 verschiedenen Gerichten
anbieten. Im Normalfall findet man , außer Schinken und Käse,
in der Glasvitrine auf dem Tresen "ensaladilla" (eine Art Kartoffelsalat),
"pollo" (Huhn), "carne en salsa" oder "estofado" (Fleisch in Sauce bzw. Gulasch)
und "paella".
|